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EU-Kartellwächter wollen Apples marktbeherrschende Stellung prüfen
pc-chaot
#1 Geschrieben : Freitag, 15. März 2019 11:38:58
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Der Fall könnte vergleichbar mit dem Verfahren gegen Google sein, erklärte die EU-Wettbewerbskommissarin – dort wurde eine Milliardenstrafe verhängt.

Nach der Beschwerde des Musik-Streaming-Dienstes Spotify will die EU-Kommission Apple unter die Lupe nehmen und prüfen, ob eine marktbeherrschende Stellung vorliegt. "Wir müssen in diesem Zusammenhang die Rolle von Apple und von Apples App Store untersuchen", erklärte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gegenüber dem Tagesspiegel. "Falls wir zu der Auffassung kommen, dass sie eine marktbeherrschende Stellung haben, wäre der Fall vergleichbar mit unserem Verfahren gegen Google".

Rekord-Bußgeld gegen Google verhängt


Die EU-Kommission hatte 2017 ein Bußgeld von über 2,4 Milliarden Euro gegen Google verhängt, weil der Such-Konzern aus Sicht der Wettbewerbshüter Preisvergleichsdienste der Konkurrenz benachteiligt hatte, zum Vorteil der eigenen Shopping-Ergebnisse. Spotify wirft Apple vor, den hauseigenen Dienst Apple Music zu bevorzugen – und dadurch Drittanbieter zu benachteiligen.

Im Unterschied zu Googles Dominanz des Marktes für Suchmaschinen, wird der Marktanteil des iPhones in Europa auf zwischen 15 und 20 Prozent des Smartphone-Marktes eingeschätzt. Allerdings ist Apples App Store der einzige Handelskanal für iPhone-Apps, nach Auslegung mancher Experten kontrolliert Apple den Markt damit.

"Wir haben eine Plattform, die Kunden zu verschiedenen Anbietern leitet, und dann beginnt die Plattform, solche Geschäfte selbst zu machen, also selbst zum Anbieter zu werden", erklärte Vestager. Das sei ein Muster, "das wir schon kennen", so die Kommissarin. "Und es betrifft eine Kernfrage des Wettbewerbsrechts, nämlich wie geht man mit Internetplattformen um?"

Spotify warnt vor Preiserhöhungen

Digitale Angebote dürfen ihre Dienste im App Store nur über Apples Bezahlschnittstelle vertreiben und müssen dafür bis zu 30 Prozent Provision entrichten. Verweise auf externe Möglichkeiten zum Abschließen von Abos sind von Apple explizit untersagt – ebenso wie die Verwendung von Dritt-Bezahldiensten.

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mfG --pc-chaot--
pc-chaot
#2 Geschrieben : Freitag, 15. März 2019 11:41:02
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Nach Spotifys Kartellbeschwerde: Apple geht zum Gegenangriff über

Apple hat die Wettbewerbsvorwürfe zurückgewiesen und kontert: Spotify wolle weder etwas an den App Store noch an Musiker abgeben.

Apple hat sich erstmals öffentlich zu dem mehrjährigen Streit mit Spotify geäußert: Der Musik-Streaming-Dienst habe den App Store dafür genutzt, um sein "Geschäft dramatisch auszubauen", wolle alle mit App-Store-Kunden erwirtschafteten Umsätze aber für sich behalten, ohne etwas zu diesem Marktplatz beizutragen, wie der iPhone-Konzern am Freitag mitteilte. Spotifys Ziel sei es, "mehr Geld mit der Arbeit anderer zu verdienen" – dafür würde nicht nur versucht, den App Store "auszuquetschen", sondern auch Musiker.

Spotify wirf Apple unfairen Wettbewerb vor

Spotify hat in dieser Woche eine EU-Kartellbeschwerde gegen Apple eingereicht, um eine Änderung der Geschäftspraktiken zu erwirken. Der Musik-Streaming-Dienst stört sich seit längerem daran, dass Apple eine Provision in Höhe von bis zu 30 Prozent an In-App-Verkäufen einbehält und die Verwendung von fremden Bezahlsystemen nicht zulässt. Dies sei ein unfairer Vorteil für Apple Music. Brüssel will nun prüfen, ob der iPhone-Konzern eine marktbeherrschende Stellung innehat.

Zugleich hat Spotify in einer an Nutzer gerichteten Kampagne mehrere Vorwürfe erhoben, auf die Apple nun ebenfalls reagiert. "Wir stellen die Plattform mitsamt der Nutzer sowie Entwicklungs-Tools und ein sicheres Bezahlsystem bereit", schreibt der iPhone-Konzern in einer Stellungnahme. Man fordere im Gegenzug, dass in einer App gekaufte digitale Güter das hauseigene Bezahlsystem verwenden.

Apple: Spotify will nichts beitragen


Spotify wolle alle Vorteile genießen, ohne etwas dazu beizusteuern: Ein "Großteil der Spotify-Kunden" nutze den werbefinanzierten Gratiszugang, an dem Apple nichts mitverdient und ein "signifikanter Teil" der Kunden stamme aus Partnerschaften mit Mobilfunkanbietern – auch dafür müsse Spotify zwar nichts an Apple zahlen, aber eine "ähnliche Gebühr" an Netzbetreiber und Händler abführen.

Nur ein "winziger Anteil" laufe über Apples Bezahlschnittstelle, Spotify wolle das nun auch auf Null setzen.

Man habe über 200 Spotify-Updates zugelassen, erklärte Apple außerdem – nur "ein einziges Mal" seien Anpassungen gefordert worden, als Spotify versucht habe, "die Regeln zu umgehen, denen auch alle anderen Apps folgen". Apple habe Spotify geholfen, den Dienst für weitere Geräte und Plattformen anzupassen – und die Watch-App des Musik-Dienstes sei sehr populär. Spotify hatte beklagt, Apple blockiere den Zugang zu Produkten wie HomePod, Siri und Apple Watch.

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