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UKW-Blackout kommende Woche: Streit über Kosten für Radiosender
pc-chaot
#1 Geschrieben : Samstag, 7. April 2018 11:39:05
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Am Montag läuft eine Frist ab, die der Dienstleister Media Broadcast einigen seiner Vertragspartner auferlegt hat: Kommt es bis dahin nicht zu einem Konsens, droht die Abschaltung einer Reihe von Radiosendern, die über UKW-Empfang ausgestrahlt werden.

"Bis zu zehn Millionen Hörer könnten schon ab Mittwoch von einer Abschaltung ihrer UKW-Radiosender betroffen sein", sagte Media-Broadcast-Chef Wolfgang Breuer der Tageszeitung "Die Welt". Sein Unternehmen, mittlerweile zu Freenet gehörend, zieht sich - was schon länger bekannt ist - aus dem Geschäft mit terrestrischen UKW-Antennen und -Sendeanlagen komplett zurück. Die Infrastruktur wurde bereits Ende 2017 verkauft, mehr als 30 Unter­nehmen teilen sich nach der Liberalisierung des Marktes nun die Anlagen.

Bis Mitte des Jahres wollte Media Broadcast zumindest das Geschäft weiter aufrechterhalten und führte Gespräche mit den rund 40 Radiosendern, die den Dienst nutzen. Nur ein kleiner Teil hat den Informationen der Welt nach bereits einen erneuten Auftrag erteilt. Andere wollen die Preiserhöhungen von soweit bekannt rund 50 Prozent nicht hinnehmen. Einigen sich die Partner nicht schnellstmöglich, droht ihnen die Abschaltung. Dabei hatte man ei­gent­lich schon eine Frist für den 1. April gesetzt gehabt und jetzt noch einmal verlängert - es sieht also für UKW-Freunde ab Mittwoch gar nicht gut aus.

Frist läuft

Dazu gehört Deutschlandradio, MDR sowie beliebte Privatsender wie Radio ffh, Big FM und Radio NRW. Teilweise wäre der Sendebetrieb in ganz Deutschland betroffen, manchmal geht es nur um Regionen, wie zum Beispiel beim NDR.

Laut Media Broadcast gebe es nun eine Frist bis Montagvormittag. Anschließend werde man die nötigen Schritte einleiten. "Wer sich bis dahin nicht gemeldet hat, wird am Mittwoch ab­ge­schaltet", erklärte Breuer der "Welt". Es bleibt also kaum noch Zeit für einen Konsens.

Es wurden bereits Rufe nach einer Einschaltung der Bundesnetzagentur laut - diese solle die Marktsituation nach dem UKW-Verkauf einmal unter die Lupe nehmen. Es könne nicht angehen, dass die Radiohörer die Leidtragenden eines Kostenstreits werden. Die Situation rund um die Liberalisierung des Marktes sei außer Kontrolle und so sicher nicht gewollt gewesen.

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mfG --pc-chaot--
pc-chaot
#2 Geschrieben : Sonntag, 8. April 2018 15:25:43
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UKW-Frequenzen: Abschaltung vorerst abgewendet, aber Streit geht weiter

Der Betreiber einer Sendeinfrastruktur hatte im Streit um Geld mit der Zwangsabschaltung mehrerer UKW-Sender gedroht. Nun hat sich das Unternehmen offenbar mit zwei Netzbetreibern auf einen Weiterbetrieb geeinigt - jedoch vorerst nur bis zur Jahresmitte.

Die drohende Abschaltung mehrerer UKW-Radiosender bereits in der kommenden Woche, von der bis zu zehn Millionen Hörer betroffen wären, scheint vorerst abgewendet. Die Sendenetzbetreiber Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig sollen die Übergangsregelung des Dienstleisters Media Broadcast akzeptiert haben. Damit wäre der Sendebetrieb zunächst bis Mitte 2018 gesichert, sofern die neuen Besitzer der Sendeinfrastruktur mit der Regelung einverstanden sind (Media Broadcast hatte die Antennen an mehrere Investoren verkauft). Das meldet Radiowoche.de.

Kritik an Privatisierung öffentlicher Infrastruktur

Unterdessen hat die Drohnung des Media-Broadcast-Chefs Breuer, in der kommenden Woche alle diejenigen Sender abzuschalten, die bestimmte Bedingungen nicht erfüllen, Kritik auf sich gezogen. Der DGB Nord hat mit Empörung auf die Ankündigung reagiert. "Hier zeigt sich, wohin hemmungslose Privatisierung öffentlicher Infrastruktur führen kann", sagte der Vorsitzende Uwe Polkaehn am Sonntag in Hamburg. Ein renditeorientiertes Unternehmen pokere um hohe Preise und drohe unverhohlen damit, öffentlich-rechtlichen Radioanbietern und weiteren Sendern den Saft abzudrehen. "Diese dreiste Geschäftspolitik und Einschränkung der Informationszugänge darf sich die Gesellschaft nicht bieten lassen."

Neben privaten Radiosendern wird früheren Informationen zufolge auch dem MDR, dem NDR in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschlandradio die UKW-Abschaltung angedroht. Sie betreiben keine eigene Sende-Infrastruktur, sondern haben externe Sendernetzbetreiber beauftragt. Diese Firmen müssen mit den Antennenbetreibern die Preise für die Miete der Antennen aushandeln. Media Broadcast war Anfang 2017 von der Bundesnetzagentur ein neues Preismodell untersagt worden, woraufhin das Unternehmen den Rückzug aus der analogen UKW-Übertragungstechnik vollzogen hat.

"Rückführung der Sendeanlagen in öffentliches Eigentum"


"Ich erwarte, dass die Bundesnetzagentur, Landesregierungen und Landesmedienanstalten sich hier mit einem Notfallplan einschalten und alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um ein Abschalten der Sendeanlagen zu verhindern", forderte Polkaehn. "Der Machtmissbrauch privater Konzerne wirft auch die Frage auf, ob hier nicht eine Rückführung der Sendeanlagen in öffentliches Eigentum geboten ist."

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mfG --pc-chaot--
pc-chaot
#3 Geschrieben : Samstag, 14. April 2018 16:44:45
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Bundesnetzagentur prüft UKW-Markt

Der privatisierte Antennenmarkt für UKW-Übertragungen wird von circa 40 öffentlich-rechtlichen und weiteren privaten Sendern genutzt, die keine eigene Sende-Infrastruktur besitzen. Nach einem Preisstreit leitet die Bundesnetzagentur Untersuchungen ein.


Angesichts der Debatte um die Bezahlung von UKW-Übertragungen hat die Bundesnetzagentur nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung Prüfungen eingeleitet. Das Blatt zitierte in seiner Samstag-Ausgabe einen Sprecher, die Regulierungsbehörde prüfe "intensiv und mit Hochdruck, ob und inwieweit nach dem Verkauf der Antennen auf den UKW-Märkten die Erwerber dieser Antennen – insbesondere die Finanzinvestoren – künftig einer Marktregulierung unterliegen". Es würde gegebenenfalls auch der Veräußerungsprozess der Antennen mit in den Blick genommen.

Hintergrund ist, dass der Dienstleister Media Broadcast mit der Privatisierung des Antennenmarktes 2016 den Betrieb übernommen hat, dann aber das Geschäft an mehrere Investoren verkaufte. Daran hängen gut 40 öffentlich-rechtliche und private Sender, die ohne eigene Sende-Infrastruktur sind. Sie haben Sendernetzbetreiber wie etwa Divicon (Leipzig) oder Uplink (Düsseldorf) beauftragt. Diese wiederum müssen nun mit den Antennenbetreibern Mietpreise aushandeln. Das scheiterte bisher. Zuletzt hatten die Sendenetzbetreiber Media Broadcast mit der Fortführung des Übergangsbetriebs bis zum 30. Juni beauftragt.

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